24 Feb. 2026

Zeitzeugengespräch mit Holocaust-Überlebender Ruth Melcer

Anlässlich der 81-Jährigen Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau fand am 27. Januar ein deutschlandweites digitales Zeitzeugengespräch mit Ruth Melcer statt.

Ruth Melcer wurde 1935 in einem kleinen Ort in der Nähe von Łódź geboren. Sie war gerade mal vier Jahre alt, als die deutsche Wehrmacht in Polen einmarschierte und sie und ihre Familie in Gefangenschaft genommen wurden. In dem einstündigen Gespräch erzählte sie von den unzähligen Verlusten, dem Leid und der Folter, der sie dort ausgesetzt waren. Trotz dessen sagt sie im Nachhinein, dass sie in vielen Situationen sehr viel Glück gehabt hatte, ohne das sie gar nicht hätte fliehen können.

Durch ihre sehr authentische und emotionale Erzählweise konnte sie uns alle berühren, auch wenn das Gespräch nur eine Stunde lang andauerte. Mit ihrer Geschichte hinterließ sie einen bleibenden Eindruck und machte uns auf die Verantwortung aufmerksam, die wir jetzt übernehmen müssen. Frau Melcer sagte, sie selbst sehe Parallelen zu der damaligen Situation, insbesondere der ICE erinnere sie an die Gestapo.

Zeitzeugengespräche wie diese sind in unserem Bildungssystem essenzielle Grundlagen, um junge Menschen zu Themen wie dem Holocaust zu sensibilisieren und unsere Demokratie so zu wahren. Wir alle sind froh, bei diesem Gespräch teilgenommen zu haben, und danken der Friedrich-Ebert-Stiftung, die Veranstaltungen wie diese organisiert. Ein besonderer Respekt gilt natürlich Frau Melcer, die uns mit ihren Erzählungen sehr viel mit auf unseren Weg gegeben hat.