29 Jan. 2026

Zwischen Religion und Musik: ein besonderes Konzert

Am Donnerstag, den 27. November 2025, hatten die Schülerinnen und Schüler der Musikgrundkurse der Jahrgangsstufe 11 die besondere Möglichkeit, Musik alter Meister der Renaissance
und Barockzeit kennenzulernen, die passend zur Erzählung einer jüdischen Begebenheit im Hunsrückdorf Laufersweiler präsentiert wurde. Bereits ein Besuch jüdischer Gäste im Sommer 2025 mit spannenden Gesprächen, wir berichteten bereits darüber auf unserer Homepage, ermöglichte uns interessante Einblicke in die jüdische Geschichte und andere Lebenswelten. Durch den musikalischen Besuch wurde dieser Einblick jedoch um ein Vielfaches vertieft.
An diesem Tag kamen vier Musiker zu uns, die ein Quartett bildeten, bestehend aus einem Keyboard, zwei Flötistinnen und einem Countertenor-Sänger, der mit seiner überraschend hohen Stimmlage beeindruckte. Besonders spannend waren die verschiedenen, uns größtenteils unbekannten Instrumente, wie zum Beispiel der Zink und der Dulcian mit ihren besonderen Klangfarben, die uns vorgestellt wurden. Das Konzert erzählte die Geschichte einer jüdischen Familie aus
Laufersweiler. Dabei wurde jeweils ein kurzer Textausschnitt vorgelesen und die Stimmung anschließend durch Musik sowie deutsche und hebräische Texte musikalisch untermalt, wodurch ein ausgewogenes und angenehmes Zusammenspiel entstand.
Die Geschichte wird aus der Sicht eines achtjährigen jüdischen Jungen erzählt und spielt an einem Samstag, dem Schabbat, an dem für gläubige Juden jegliches Arbeiten verboten ist. Da Regen droht und das Heu noch auf den
Feldern liegt, gerät die Familie des Jungen in einen Konflikt zwischen Glauben und Existenzsicherung. Trotz des Schabbats organisiert der Vater Hilfe. Während jüdische Nachbarn aus Angst vor Gottes Strafe ablehnen, helfen christliche Bauern.
Auf dem Rückweg kommt es zunächst zu einem kaputten Rad. Nachdem dieses durch Zusammenarbeit repariert werden kann und alle weiterfahren, kippt der Wagen der jüdischen Familie in der letzten Kurve um. Zeitgleich setzt starker Regen ein, wodurch das Heu durchnässt und unbrauchbar im Graben liegen bleibt. Das Heu der Nachbarn steht zu diesem Zeitpunkt bereits trocken in der Scheune, doch das Heu der jüdischen Familie ist verloren.
Die Geschichte macht deutlich, wie für streng gläubige Juden ihr ganzes Leben durch religiöse Gebote bestimmt wird. Der Bruch des Schabbats wird als göttliche Strafe dargestellt, während diejenigen verschont bleiben, die das Gebot
nicht selbst verletzt haben.
Alles in allem war das Konzert sehr eindrucksvoll und ermöglichte einen weiteren tiefen Einblick in das frühere jüdische Leben und dessen Traditionen. Besonders die Verbindung der Geschichte mit neuer, für viele unbekannter Musik machte das Konzert zu einem besonderen Erlebnis.