B statt B

Baumpflanzaktion in Brasilien – gemeinsam können wir das Klima schützen

Bericht von Theresa Nikolay (Stufe 13)

„Mein“ Oiti Baum

Im Rahmen des Rotary Jugendaustauschs habe ich das 11. Schuljahr 2017/18 in Brasilien verbracht und ging fast ein Jahr in Rondonópolis, Mato Grosso zur Schule.

Aufgrund der in Deutschland momentan sehr verbreiteten und umstrittenen Umwelt- und Klimaschutzbewegung, musste ich immer wieder an meine Zeit in Brasilien denken.

Fast alle Familien haben viele fruchtgebende Bäume und Palmen oder Sträucher in ihren Gärten – meine Gastfamilie zum Beispiel hatte unter anderem Papayabäume, dessen Früchte ich jeden Morgen zum Frühstück aß. Obst und Gemüse wird täglich frisch (und stets unverpackt) auf Märkten oder in Lebensmittelgeschäften gekauft, alles immer regional und saisonal. Brasilianer kämen nie auf die Idee, Melonen aus einem anderen Land zu importieren. Wenn nicht Saison ist, ist es halt so.

Zwar wird Brasilien in der Klimadebatte aufgrund ihrer zahllosen Rinderherden, Brandrodungen und vor allem durch den Klimaleugner Jair Bolsornaro als Präsident sehr kritisch betrachtet, doch was mir in Deutschland sehr fehlt, ist der für die Brasilianer selbstverständliche enge Kontakt zur Natur im Alltag.

Was mir besonders bei Rotary gefiel, war ihre Art, nicht viel zu reden, sondern eher zu handeln. Baumpflanzaktionen, Flussreinigungstage und Blutspenden – die Rotarier waren echt aktiv und ich habe viel mit ihnen erlebt.

So fuhr ich mit meinem Gastvater am in Brasilien ausgesprochen zelebrierten Tag der Kinder, dem 12. Oktober 2017, in eine sehr außerhalb gelegene, heruntergekommene und arme Siedlung, dem „Bairro Lucia Marggi“, einem der ärmsten und gefährlichsten Stadtteile von Rondonópolis.

Normalerweise finden am Tag der Kinder Unterhaltungsaktionen in Schulen, Kirchen, Shoppingcentern, etc. statt, doch Rotary wollte etwas Lehrreicheres und Nachhaltigeres mit den Kindern machen. Also schlossen sie sich mit der lokalen katholischen Gemeinde der „Igreja da Nossa Senhora das Graças“ zusammen, die die Kinder im Vorhinein über die Wichtigkeit informierte, Natur und Bäume zu schützen und zu pflegen. Gemeindemitglieder und Rotarier buddelten gemeinsam mit einer Maschine Löcher, in die die Kinder (mit Hilfe) schließlich Setzlinge einpflanzten. Jedes Kind übernahm mit seiner Familie die Pflege für den selbstgepflanzten Baum. Auch ich durfte einen Baum pflanzen, eine Gemeindemitarbeiterin hat die Pflege dessen übernommen. Heute sind die Setzlinge schon ordentlich gewachsen.

Die ausgewählten Setzlinge entstammen dem „Oiti“, ein typischer Baum im brasilianischen Stadtbild. Es handelt sich um einen immergrünen Laubbaum der Gattung Licania, einer vor allem in Südamerika und besonders in tropischen und atlantischen Klimazonen auffindbare Pflanzengattung. Sie gehört der Familie der Goldpflaumengewächse an. Der Oiti zeigt eine hohe Resistenz gegen Feinstaubbelastungen und ist als Bioindikator geeignet. So können seinen Blättern Informationen über Veränderungen der Luftqualität entnommen werden. Aufgrund seines robusten und pflegeleichten Charakters wird er häufig für Begrünungsmaßnahmen in urbaneren Gegenden verwendet. Der Oiti ist ein typischer Baum für brasilianischen Alleen, Parks oder Plätze. Mit seinen tiefen Wurzeln ist er sehr widerstandsfähig. Besonders Trockenperioden kann er gut überstehen, lediglich bei Bodenfrost (was nur gelegentlich im Süden des Landes vorkommt) leidet der Oiti und gibt keine Früchte. Somit kann er in allen Gegenden Brasiliens wachsen, was aufgrund der Vielzahl an Klimazonen durchaus eine Besonderheit ist.

Somit war der Oiti für eine Baumpflanzaktion ideal geeignet: er wächst am besten in der prallen Sonne, verträgt keine andauernde Überwässerung und ist somit, gerade für heiße Klima in Rondonópolis perfekt. Seine hohe Luftreinigungsfunktion und Resistenz an Orten mit Übermaß an Kohlenmonoxid durch Straßenverkehr bieten somit einen großen Vorteil für die immer mehr befahreneren Städte Brasiliens. Aufgrund seiner großen und dichten Baumkrone dient er außerdem als Schattenspender und Schalldämpfer.

Wir Deutschen können uns an den Brasilianern also definitiv viel abschauen – und sie von uns umgekehrt auch. Denn nur gemeinsam können wir das Klima nachhaltig schützen.

Feinstaubbelastung durch Silvesterfeuerwerk

Auf der Internetseite des Umweltbundesamtes findet sich eine sehr anschauliche Animation über die Feinstaubbelastung an den Tagen des Jahreswechsels.

B statt B“ – Bäume statt Böller

Umweltprojekt des Grundkurses Biologie der Stufe 13

heutzutage ist das Thema Klimawandel und Umweltverschmutzung aus keiner Nachrichtensendung mehr wegzudenken. Auch an unserer Schule erhielten diese Themen v.a. durch SchülerInnen, die sich für Fridays for Future engagieren, eine besondere Präsenz. Nach der Podiumsdiskussion an unserer Schule zum Thema“ Zwischen Klimakrise und Klimagerechtigkeit – Finden wir faire Lösungen“  entstand unter den KursschülerInnen der Wunsch, selbst etwas aktiv für den Klimaschutz zu tun. Aus dieser Idee heraus entstand das Projekt „B statt B“, mit dem wir zum einen auf die enorme Feinstaubbelastung durch Böller an Silvester zum anderen auf die zunehmend klimakranken Bäume in unserem Land v.a. auch im Simmerer Stadtwald aufmerksam machen wollen. Ziel dabei ist, möglichst viele Menschen zur Reduzierung ihres Konsums an Feuerwerkskörpern an Silvester zu bewegen. Stattdessen möchten wir diese Menschen davon überzeugen, wie sinnvoll das eingesparte Geld für neue Pflanzungen auf eigenem Grund und Boden genutzt werden kann. Gleichzeitig unterbreiten wir das Angebot, das Projekt „B statt B“ durch eine Geldspende zu unterstützen, damit im Stadtbezirk auf ausgewiesenen Flächen Baumpflanzungen finanziert werden können.

Über folgende Adresse können Sie mit der Arbeitsgruppe „B statt B“ Kontakt aufnehmen:

BstattB@hjg-sim.de

Wenn Sie unsere Baumpflanzaktionen finanziell unterstützen möchten, so können Sie die Spende auf folgendes Konto überweisen:

Verein Elternkasse HJG Simmern e.V.
DE66 5605 1790 0010 0083 32
Kreissparkasse Rhein-Hunsrück
Betreff: Spende für „B statt B“